Über mich

Ich war lange eine weitgehend freegan lebende  innereuropäische Weltenbummlerin (free kommt von frei und gan von vegan, wobei ich wie die meisten Freeganer nach einer Zeit als Veganerin wieder Milchprodukte esse).

Im Jahre 2009 verwirklichte ich meinen grossen Traum und lebte ein Jahr ohne Geld – in Frankreich. Es war das glücklichste Jahr meines Lebens. Auch wenn ich nicht wusste wo ich am Abend schlafe. Ich begann damals, den Vagabundenblog zu schreiben, um von meinem Leben zu berichten. Ich habe ein e-book daraus gemacht, das im Blogroll nebenan unter E-book vom Vagabundenblog verlinkt ist.

Nach einem Jahr wurde ich eingeladen, bei Leuten umsonst zu leben und begann, mich ein wenig an den Unkosten zu beteiligen und wieder mit ein wenig mehr Geld zu leben. Aber ich containerte weiterhin für Essen und Kleidung. Schliesslich schaffte ich mir einen Campingbus an, den mein damaliger Freund aus Geldgründen verkaufen musste. Es war ein halb ausgebauter LKW, ein Dreieinhalbtonner. Mit diesem Bus fuhr ich in der Gegend herum. Ich steuerte eigentlich immer wieder dieselben Orte an und wenn ich nach einem Jahr zurückblickte, stellte ich fest, ich fuhr im Kreis…

Einmal im Jahr komme ich in der Regel nach Deutschland und einmal im Jahr bin ich gewöhnlich für einige Zeit in Spanien, um ein wenig den Jakobsweg zu gehen. Das ist so ungefähr mein Leben in den letzten Jahren gewesen, seitdem ich nach Frankreich gegangen bin. In den letzten Jahren war ich immer mal wieder in einer spirituell-religiösen Gemeinschaft. Aber irgendwie habe ich es nicht geschafft, wirklich ein Teil davon zu werden, da mir zu viele Dinge negativ aufgestoßen sind. So bin ich sozusagen immer wieder in mein altes Leben zurueckgekehrt.

Im Vagabundenblog schreibe ich nur noch sehr sporadisch, wenn ich nicht andere Artikel reblogge von meinem Leben: aus dem Moment heraus – sozusagen im Hier und Jetzt – entwickelt sich eins ums andere; insgesamt ein fast schon phantastisches Dasein voller Abenteuer und Wunder. Ich tue eigentlich nichts. Das Leben entwickelt sich ganz von selbst. Dabei lebe ich hauptsächlich „ohne“: ohne Telefon, Handy, Verabredungen, Wohnung,  Einkommen, Arbeit, Uhr,  Fernseher, Videos, Filme und und und. Wobei es immer mal wieder auch Ausnahmen gibt.

Dann lebte ich wieder ohne Wagen, den ich aus diversen Gründen aufgegeben habe. Das war am Anfang nicht leicht, denn irgendwie ist es doch besser, irgendwo ein Plätzchen für sich zu haben, auch wenn man es nicht nutzt (was ich wieder erst hinterher festgestellt habe), aber das Leben meinte es gut mit mir: ich war seitdem fast immer bei lieben und netten Leuten eingeladen. Und dieses konvivialistische Leben gefiel mir einfach besser als alles andere wegen des Austauschs zwischen den Menschen, dem gegenseitigen Geben und Nehmen, der gegenseitigen Hilfe und Unterstützung.

So hatte ich neun Jahre keine Wohnung und kein Einkommen mehr, aber im großen und Ganzen war ich glücklicher als je zuvor :). Denn all das, was mir auf meinem Weg begegnete kommt sozusagen wie aus dem Nichts heraus als Geschenk, man kann sagen vom Universum, man kann auch sagen von Gott.

Im Jahre 2015 war ich sozusagen für ein paar Monate auch wieder zu meinem Leben wirklich nahezu ganz ohne Geld zurückgekehrt und fühlte mich fast schon wie der glücklichste Mensch auf Erden. Ist schon unglaublich;).

Seit Anfang 2018 bin ich dann doch wieder ins System zurückgekehrt und habe das Geld dankbar angenommen, das mir in diesem System zusteht. Es war einfach so, dass ich auch nicht mehr in den Räumen anderer Menschen bleiben konnte, die vollgestopft waren mit Dingen der letzten zehn, zwanzig, dreissig oder vierzig Jahre. Es ging einfach nicht mehr. Ich war schlicht- und einfach gezwungen, mir eine Wohnung zu nehmen und musste von diesem für mich wundervollen Leben, das eben voller Wunder gewesen war Abstand und auch Abschied nehmen. Es fiel mir schwer. Sehr schwer.

Ich hatte auch eine schwere Zeit nach der Rückkehr nach Deutschland. Ich verstand die Welt nicht mehr. Ich hatte in dem Nachbarland Frankreich immer alles bekommen, was ich brauchte ohne auch nur danach zu fragen. Und in Deutschland musste ich nach allem fragen und bekam doch nicht, was ich brauchte. Das war für mich eine sehr schreckliche und äusserst leidvolle Erfahrung – und ist es zuweilen noch immer. Aber ich habe neue herausforderungen: Konfliktfähig werden, meine Bücher herausgeben, die in all den Jahren entstanden sind (eines kam gerade raus), weitere Buchprojekte initiieren und meine Träume von einem anderes System realisieren, das ist der grösste Traum von allen.

Und hier der aktuelle Stand mit Blick zurück:

Was habe ich die letzten Jahre gelebt?

Auf dem Niveau Geld:

ein Jahr lang ohne Geld (2009)

ein Jahr lang von 300 Euro im Durchschnitt pro Monat

mehrere Jahre von 150 Euro pro Monat im Jahresdurchschnitt

ein Jahr lang von 75 Euro im Monat (2015)

ohne Einkommen von dem, was ich noch hatte

außerhalb des Systems, aber vom System profitierend,

da bei Leuten zu Gast, die das System in Anspruch nahmen,

profitierend von den 50% der Lebensmittel, die weggeworfen werden,

von Vereinen, bei denen man kostenlos essen, duschen, Wäsche waschen kann und von lieben Menschen, die einen einladen…

weitgehend CO²-neutral, da ohne eigene Wohnung als Konvivialist,

in der Regel keine neuen Kleider gekauft, sondern viel selbst recycelt oder auf Flohmärkten oder in karitativen Einrichtungen für ein paar Euro erstanden,

kaum Lebensmittel eingekauft, wenn dann meist nur Öl, Kaffee, Getreidekaffee, Gewürze, Trockenmilchpulver und mal eine Butter

selten eine eigene Heizung benutzt,

im Grunde habe ich in der Zukunft gelebt, in der Zeit,

in der es auf dem Planeten kein Geld mehr geben wird,

da das Geld als Widersacher von Gott abgeschafft wurde 🙂

mein Leben war das Ergebnis meiner Suche nach dem höchsten Glück

ein Mensch glaubte, ich sei der glücklichste Mensch der Welt

ich kann nicht unbedingt das Gegenteil behaupten 😉

Was ist das höchste Glück? Jeden Tag Weihnachten.

Und wann erleben wir jeden Tag Weihnachten?

Wenn wir nichts besitzen. So einfach ist das.

Denn dann bekommen wir alles geschenkt.

Alles, was wir brauchen.

Das habe ich erlebt, alle die Jahre und erlebe es zum Großteil immer noch.

Aber Achtung! Es ist süchtigmachend! Wir wollen auf einmal nicht mehr anders leben, einfach weil es so phantastisch ist so zu leben. So zumindest ging es mir.

Krux an der Geschichte ist, dass man ohne eine Wohnung zu haben in Deutschland und auch in vielen anderen Ländern nichts zählt.Und ohne Basis kann man auch nichts aufbauen. Das ist einfach so. Man lebt immer irgendwo auf dem Nullpunkt und fängt immer wieder bei Null an. Ich brauchte lange, um mir dessen bewusst zu werden und als ich mir dessen wirklich bewusst wurde, nahm ich mir eine Wohnung. Das war vor etwas über einem Monat.

Ich lebte „ohne“:

ohne Uhr (viele Jahre)

ohne Fernseher (über dreizehn Jahre)

ohne Filme (viele Jahre)

ohne Arbeit (zwanzig Jahre)

ohne Einkommen (neun Jahre)

ohne Wohnung (neun Jahre)

ohne Telefon (mehr wie zehn Jahre)

ohne Handy (mehr wie zehn Jahre)

ohne Alkohol (mehr wie dreizehn Jahre)

ohne Tabak (mehr wie zehn Jahre)

ohne Auto (zwanzig Jahre)

aber dafür mit Wohnmobil ein paar Jahre

ohne tierisches Eiweiß (zwei Jahre)

ohne tierische Produkte (vegan – ein Jahr)

ohne Krankenversicherung (sieben Jahre)

und war damit sehr glücklich, denn ich lebte, lebte wirklich und wurde nicht gelebt.

Zu Fragen über meine minimalistische Lebensweise stehe ich gerne per e-mail zur Verfügung.

Spenden nehme ich inzwischen gerne entgegen, um mir dauerhaft eine Basis auf dieser Welt zu erschaffen. Bitte mich dazu anmailen unter michellevomvagabundenblog[at]gmx.com oder direkt auf anotherworld.site gehen. Dort gibt es einen Spenden-Button.

Euch sei’s gedankt.

Michelle

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0 Gedanken zu „Über mich“

  1. Liebe Michelle,
    wie wundervoll! Du bist jetzt auch hier. Was für ein schöner Blog, dieses Thema passt super zu Dir und Deinem Blogthema, einfach zauberhaft. Ich habe Dich unter der Rubrik ‚Blogs, die wir mögen‘ bei Germanys next Bundeskabinett verlinkt. Das ist mir Anliegen und Freude zugleich.

    LG,
    Reka as Social Secetary

  2. Liebe Reka,

    danke fuer deine lieben Worte und die Verlinkung! Freut mich sehr.
    Ja, ich hab’s endlich geschafft, hierher zu ziehen und meinen Blog weiterzufuehren.
    Als vogel-freie Vagabundenministerin waere ich uebrigens zu haben…

    Liebe Gruesse

    Michelle

  3. Verehrte vogel-freien Vagabundenministerin, liebe Michelle,

    vor Germanys next Bundeskanzlerinnenwahl hat Germanys next Bundeskabinett eine Sondersitzung eingelegt und Deiner Bewerbung als Germanys next vogel-freien Vagabundenministerin im Eilverfahren zugestimmt.

    http://www.youtube.com/watch?v=JJYS8zaK8T8

    Deshalb ist es mir an dieser Stelle eine besondere Freude, Dir zu Deiner Ernennung und Vereidigung als Germanys next vogel-freien Vagabundenministerin durch Germanys next Miezekanzlerin im Namen des gesamten Germanys next Bundeskabinetts zu gratulieren.

    Für Dein zukünftiges Wirken im Germanys next Bundeskabinett wünschen wir Dir alles Gute und viel Erfolg.

    Mit besten Grüßen,
    Deine
    Social Secretary

  4. Hallo liebe Michelle!
    Mein Name ist Tabea. Ich bin Volontärin bei einem Jugendmagazin und auf der Suche nach einem jungen Menschen, der kollektiven Konsum lebt, dem Nachhaltigkeit extrem am Herzen liegt und der versucht möglichst ressourcenschonend zu leben. Ich finde deinen Blog ganz interessant und könnte mir gut vorstellen, dass du viel zu dem Thema zu sagen hast. Ich würde mich freuen, wenn du dich bei mir meldest und mir ggf. einige Fragen beantworten kannst 🙂

    Vielleicht kennst du auch jemanden, der mir weiterhelfen kann.

    Liebe Grüße
    Tabea

  5. Na – da muß ich doch einfach mal ein Hallo rüberrufen. Freut mich mal wieder was von Dir gehört zu haben auf meinem Blog. Laß es Dir gutgehen!!!

    Liebe Grüße

    Thomas

  6. Danke EchnaTom,

    ich lese deine Beiträge auf deinem Blog wirklich sehr sehr gerne, ja, ich schätze sie außerordentlich und freue mich, dass du hier bei mir warst, auch wenn ich erst jetzt die Muße finde, dir zu antworten.

    Liebe Grüße von Michelle

  7. Liebe Michelle

    Es tut mir echt leid, aber unverständlicherweise sind einige Kommentare als Spam von dir auf meiner Webseite markiert worden, so dass ich keine Benachrichtigung bekommen habe. Ich wollte dir hier antworten, dass ich mich auf deine Kommentare so freue, weil ich gerade kürzlich an dich gedacht habe und gehofft hatte, dass wir wieder miteinander schreiben. Ich hoffe, es geht dir gut, anhand des Bildes sehe ich auf jedenfall eine sehr glückliche Frau. Gesegnet ist der, der mit wenig auskommt und darüber glücklich ist! Alles Liebe Kristina

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